Die Müsliverpackung ist laut Hersteller hübscher als die Firmengründer.
Foto: mymuesli
Die Menschen in der Werbung sind komisch. Sie sagen Dinge, die keinem normalen Menschen über die Lippen gehen würden. Über einen Schokoriegel hieß es doch mal: „Als wären die Zerealien gerade erst in die Milch gefallen.“ Was für ein Wort! Kurz bevor diese Fernsehspots ausgestrahlt wurden, wären in einer Ratesendung bei der Frage
Was sind Zerealien?
a) Alltagsgegenstände des Hoch-Mittelalters
b) Strukturen im Gehirn
c) Inselgruppe im Pazifik
d) Dinger, die wo in die Milch fallen
sicher ein, zwei Joker draufgegangen.
Inzwischen ist hinlänglich bekannt, dass Zerealien irgendwie gesund sind. Genau genommen handelt es sich dabei um eine unnötige Übersetzung des englischen Begriffs cereals, der unter anderem eben für Müsli steht. Zum Glück macht mymuesli diesen Zerealien-Übersetzungsschwachsinn nicht mit. Die junge Frühstücksfirma benennt ihr Produkt direkt komplett auf Englisch: custom-made cereals. Was das ist? Müsli für Leute, die gerne wissen, was sie in ihre Milch fallen lassen.
Tolle Sache: Der Käufer hat die Wahl zwischen unzähligen, aber ausgesuchten und lecker klingenden, Zutaten, die er nach Belieben mischen lassen kann. Basierend auf einer von neun Grundmischungen geht es an die Verfeinerung mit diversen Flocken, Pops und Samen. Anschließend können nach Belieben Fruchtstücke, Nüsse und sonstige Extras hinzugefügt werden. Am Ende kommt eines von 566 Millionen rechnerisch möglichen Müslis heraus, das dem Besteller in Dosen zu 575 Gramm nach Hause geliefert wird. Schade, dass die Versandkosten (3,90 €) allein schon teurer sind als viele Müslis aus dem Supermarkt.