Homestory, Teil 1: Die Bibliothek

Die Bücher der beiden sind in der ganzen Wohnung verteilt.
Fotos: JCN

Der StyleSpion warf mit einem Stöckchen, die beiden parieren. Ihre Antworten haben die beiden unabhängig voneinander aufgeschrieben.

Was wäre das Leben ohne lesen?

Sie: Das Leben ohne Lesen wäre für sie gar nicht vorstellbar.

Er: Das Leben wäre anders. Bücher sind ein Genuss, auf den er nicht verzichten möchte. Ganz zu schweigen von der Bedeutung des Lesens als Kulturtechnik.

Gebunden oder Taschenbuch?

Sie: Wenn als Taschenbuch zu erwerben, dann lieber Taschenbuch, da sie in dieser Hinsicht doch ein wenig geizig ist.

Er: Kommt drauf an. Er kauft für sich möglichst Taschenbücher, verschenkt aber lieber gebundene – macht mehr her (das Auge liest mit). Eine vielversprechende Neuerscheinung kauft er notgedrungen auch gebunden.

Hier sind auch welche.

Amazon oder Buchhandel?

Sie: Bei sicherer Kaufabsicht auf jeden Fall Amazon, zum Stöbern eher Buchhandlung.

Er: Eigentlich Amazon. Zahlreiche Spontankäufe im stationären Buchhandel sorgen aber für ein letztlich ausgeglichenes Verhältnis.

Lesezeichen oder Eselsohr?

Sie: Bei gebundenen Büchern wird der Schutzumschlag zum Merken der Seite verwendet, ansonsten kann sie Book Darts empfehlen.

Er: Eselsohr – und zwar so, dass die Spitze des Eselsohrs die nächste zu lesende Zeile berührt.

Ordnen nach Autor, Titel oder ungeordnet?

Sie: Entweder nach Autor oder – bei wissenschaftlicher Literatur – nach Sachgebieten.

Er: Innerhalb von Sachgruppen nach Lesedatum. Ungelesene stehen extra.

Behalten, wegwerfen oder verkaufen?

Sie: Eigentlich behalten, aber hin und wieder wird auch mal das ein oder andere Buch auf dem Flohmarkt verkauft. Bücher wegwerfen geht gar nicht, es sei denn, sie sind einer Kellerüberschwemmung zum Opfer gefallen.

Er: Die meisten werden behalten. Bücher, die ihm nicht gefallen haben, überflüssig geworden sind (zum Beispiel wegen Studienabschluss) und solche, die innerhalb von drei Jahren nach dem Kauf nicht gelesen wurden, werden verbrannt verkauft.

Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? Mit oder ohne lesen?

Sie: Behalten. Mit – siehe weiter oben unter Lesezeichen.

Er: Behalten. Meistens mit.

Kurzgeschichten oder Roman?

Sie: Vorzugsweise Roman.

Er: Kurze Romane.

Harry Potter oder Lemony Snicket?

Sie: Sie muss sich hier als Harry-Potter-Fan outen. Der letzte Band ist bereits bestellt – übrigens bei Amazon.

Er: Nr. 2 kennt er nicht. Nr. 1 bekommt er mitunter sogar nachts von B-Prominenten geliefert. Aber nur, um es direkt an sie weiterzureichen, die dann ein bis zwei Tage unansprechbar ist. Bis Band vier hat er immerhin die von Stephen Fry grandios gelesenen Audiobooks gehört.

Aufhören, wenn man müde ist, oder wenn das Kapitel zu Ende ist?

Sie: Wenn das Kapitel zu Ende ist. Zur Not auch erst, wenn sie das Buch durch hat.

Er: Beides. Eigentlich liest er kapitelweise, ab und an siegt aber die Müdigkeit.

Noch ein paar.

Kaufen oder leihen? Neu oder gebraucht?

Sie: Kaufen. Eigentlich neu, aber im Bücherregal stehen auch einige Bücher vom Flohmarkt.

Er: Kaufen. Neu, meistens.

Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern?

Sie: Am ehesten Stöbern und natürlich eigene Vorlieben. Mit Empfehlungen ist das so eine Sache: Bisher mochte sie nur wenige Bücher, die auf Empfehlungen zurückgingen. Darunter waren etwa eine Empfehlung von ihm (Geoff Ryman: 253. Der U-Bahn Roman) und von dem Bekannten R. (Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes).

Er: Manchmal auf Empfehlung (Die Korrekturen war so ein Fall, wo er für die Empfehlung noch heute dankbar ist), in der Regel aber irgendwie zufällig. Auf Beststellerlisten und Rezensionen gibt er jedenfalls nicht viel.

Geschlossenes oder offenes Ende?

Sie: Sowohl als auch. Beides hat Vor- und Nachteile.

Er: Egal.

Morgens, mittags oder nachts lesen?

Sie: Meist abends, im Zug und auf Reisen.

Er: Morgens nie.

Einzelband oder Serie?

Sie: Einzelband.

Er: Einzelband.

Lieblingsserie?

Sie: Ihr gefällt Harry Potter ganz gut, obwohl die Bücher inzwischen zu umfangreich und zu langatmig sind. Aber das letzte Buch wird sie natürlich lesen.

Er: Wenn man die Bücher von David Sedaris als Serie betrachten will, was man könnte, da häufig dieselben Personen auftreten, dann vielleicht die, sonst wohl: Keine.

Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand gehört hat?

Sie: Gibt es ein Buch, von dem noch nie jemand gehört hat? Vielleicht Max Frischs Im übrigen bin ich immer völlig allein.

Er: Sowas gibt’s doch nicht. Der Form halber: Fleisch ist mein Gemüse (Heinz Strunk). Tom Sharpes Feine Familie kennen vermutlich auch nicht so viele Leute.

Lieblingsbuch, das du letztes Jahr gelesen hast?

Sie: Sie hat ihm im vergangenen Jahr zum Einschlafen häufig aus Astrid Lindgrens Kalle Blomquist vorgelesen. Das weckte bei ihr zahlreiche Kindheitserinnerungen. Deshalb sollte die Kalle-Blomquist-Reihe hier Erwähnung finden.

Er: Nick Hornby: A long way down

Kochbücher sind natürlich in der Küche.

Welches Buch liest du gegenwärtig?

Sie: Momentan hauptsächlich wissenschaftliche Literatur, darunter Wie Eltern von sich reden machen von Karin Frese.

Er: Er liest derzeit Chart Throb (Ben Elton). Angefangen liegen außerdem noch Wir nennen es Arbeit (Holm Friebe/Sascha Lobo), Schweres Beben (Jonathan Franzen ), Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich (David Foster Wallace) und Strong magic (Darwin Ortiz) herum.

Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten?

Sie: Brief an den Vater von Franz Kafka.

Er: Kann man so nicht sagen. Weil es bisher unerwähnt geblieben ist, zwingt sich Neue Vahr Süd (Sven Regener) geradezu auf.

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