★ 2006 bis 2009
Twitter ist toll. Heutiger Beweis: Ein Tweet von @KanzleiHoenig, der in unter 140 Zeichen ein ganzes Rezept für eine leckere Kartoffelbeilage lieferte.
geschälte Kartoffeln aus dem Glas (in Scheiben oder Achteln oder so)
in Olivenöl braten
+ (Meer-)Salz
+ Pfeffer (frisch gemahlen, versteht sich)
+ MajoranFertig.
Warum sowas profanes hier aufgeschrieben wird – wo die Zubereitung keine besondere Fähigkeiten verlangt und man auch kein Kochprophet sein muss, um schon dem Rezept anzusehen, dass das schmeckt? Genau darum.
Was soll man zu diesem schönen Produkt sagen? Sehr praktisch findet er, dass es bezüglich der intendierten Verwendung keine Fragen offen lässt. Die «Garderobe» beruht auf einem Entwurf von Vincenz Warnke und wird von KleinundMore vertrieben. Zum Preis von 155 € dort und bei den üblichen Verdächtigen erhältlich, etwa bei design3000.
Erfindungsreichtum hat uns schon immer weiter gebracht. Man denke nur an folgende drei Beispiele:
1. Ohne die Erfindung der Raumfahrt hätte die Menschheit keinen Anlass zur Kreation tollster Verschwörungstheorien gehabt. 2. Ohne die Erfindung des Fernsehens könnten Menschen sich viel schlechter vor Publikum blamieren. 3. Ohne die Erfindung des Internets müsste er seinen Nachbarn statt der werten Leserschaft hier von den Pre-chewed pencils berichten, bei deren Inbetriebnahme man so ungemein Zeit sparen kann.
Praktisch, was I saw it first sich da für Londoner und London-Besucher ausgedacht hat: Mit den Aufklebern aus dem Set Wake me up at kann man seine Mitreisenden in der U-Bahn bitten, sich am Zielbahnhof wecken zu lassen. Sinnvoll nach einem langen Arbeitstag. Der Hersteller ist Optimist, er behauptet, das wäre auch nach einer langen Nacht sinnvoll. Angesichts der Betriebszeiten der Tube muss man aber einschränken: Die lange Nacht sollte sicherheitshalber schon am späten Abend oder erst am frühen Morgen enden.
Die kleine Marie liefert eine – hoffentlich – nicht ganz ernst gemeinte Alternative zu den allseits beliebten Eisenbahn- und Auto-Quartetten: Schlicht sticht sind 32 Quartettkarten, die Alltagsgegenstände nach den Kritieren Energieverbrauch, Vorkommen und Anwendungshäufigkeit, Erfindungsjahr und Preis präsentieren. Wer schon immer mal auf spielerische Weise spannende Fakten über Staubsauger, Mülltonnen und Büroklammern lernen wollte, sollte für die verlangten 5,99 € unbedingt zugreifen.
Das hat man davon, wenn ein angehender Arzt aus dem Freundeskreis mitten im Examen steckt: Lustige Produkthinweise. Sein Kumpel R. steht auf Krankheiten und wüsste folgenden Produkthinweis gerne einer breiten Öffentlichkeit kundgetan: Riesenmikroben sind Plüschkissen in Form von Viren, im Shop fein säuberlich gruppiert nach Beschwerdearten. Wie wäre es also mit einer niedlichen Hausstaubmilbe, einem netten Fußpilz oder dem Tripper, lieferbar einzeln oder im Petrischalen-Dreierpack?
Die Teile kommen offenbar aus Amerika, heißen dort GIANTmicrobes. Er würde auch ein Foto zeigen, aber die Leute dort haben ihr Pressematerial passwortverschlüsselt, für eine E-Mail an den Laden ist er heute zu bequem. Ebenfalls ohne Foto, aber genauso cool sind die Kissen von Throwboy, wo man die Icons aus dem Dock von OS X in Plüsch verwandelt hat.
Liebe Leser (falls noch welche da sind),
es tut ihnen leid, dass sie das schöne Blog derzeit so sehr vernachlässigen, eigentlich schade. Es ist aber – anders als zwischenzeitlich erhofft – nicht absehbar, ob und ab wann hier je wieder in dem aus den Anfangstagen bekannten Umfang auf schöne Dinge hingewiesen wird. Problem ist dabei weniger der Rückgang toller Dinge auf diesem schönen Planeten, mehr der Mangel an Zeit und Lust, sich der Präsentation dieser Errungenschaften ausgiebig zu widmen.
Zur Besserung versuchen sie als Nächstes, die Sache ein wenig in Richtung Linkschleuder entgleiten zu lassen. Heute: Thementag Fotografie
Fotoklassiker: Feine Auswahl toller Fotos, die hochwertig gerahmt zum Kunden kommen. Nicht ganz billig, sieht trotzdem rundum empfehlenswert aus. fotoklassiker.de
Kalender drucken lassen – das sollte man sich für den Herbst merken: großformatige Fotokalender mit eigenen Motiven liefert meinBildkalender äußerst preiswert und schnell.
Fotobücher sind nicht nur für Fotografen zur Präsentation ihrer Arbeit eine gute Idee. Auch aus dem Urlaub, von einer Hochzeit oder mit alten Familienfotos lassen sich tolle Bücher machen. Fotobücher sind seines Erachtens die neuen Alben. blurb bietet sehr günstig sehr hochwertige Ausführungen an, die Erstellung mit der blurb-Software geht auch leicht von der Hand. Tipp (aus eigener Erfahrung): Verfolgbare Versandart wählen – vermeidet Komplikationen, die hier wegen des Versands aus dem Ausland etwas wahrscheinlicher sind als bei regionalen Anbietern. blurb.com
Moo-Karten hatten wir schon, sind nachwievor toll. moo.com
Hochwertige Fotoabzüge in beständiger Qualität, auf anständigen Papieren zu bodenständigen Preisen: Saal Digital
Seit gestern im Feedreader: Nach Dienstschluss – ein Blog mit interessanten und schön präsentierten Rezepten, das sein Herz mit folgenden Worten im Sturm eroberte:
Ein Rumpsteak von guten 200 Gramm nach Gusto braten. Der Gusto sollte allerdings von einer Vernunft gesteuert werden, die keine Garstufe höher als Medium-Rare kennt.
Der Cassette Hub von Electro Joe ist ein Vier-Port-USB-Verteiler in einem – die Älteren werden es noch erkennen – Kassettengehäuse. Dazu muss man wohl nicht viel sagen, außer: Das muss man haben – selbst wenn man nur ein einziges USB-Gerät benutzt. Erhältlich beispielsweise bei TechGalerie (13,90 €, Versand: 4 €).
Leser, bei denen dieser Artikel Kaufimpulse auslöst, wollen auch haben:
Aller guten Dinge sind drei, seit gestern. Es werden hoffentlich noch mehr – in der Compilationserie LSTN der aufstrebenden und – ob ihres erfrischenden Sortiments – empfehlenswerten Mode- und Lifestyle-Kette Urban Outfitters.
Schöne Musik für umme*, wer wird da widerstehen wollen? Probehören und Download:
* und zwar richtig umme: ZIP-Dateien mit je 21 Mp3-Dateien drin zum einfach so runterladen, ohne Registrierungen, Gutscheincodes oder ähnlichen Mist
Wer sinnlose Dinge mit USB-Anschluss mag (Aquarien, Staubsauger, solcher Kram halt), wird MegaGadgets lieben. Deren Ladengeschäft in Den Haag, das die beiden kürzlich aufsuchten (sie ist freiwillig mitgekommen), ist sowas wie das Elektrotrash-Paradies auf Erden. Gefühlt hat dort die Hälfte der Produkte einen USB-Anschluss und/oder einen Sinn. Einem der seriösesten der dort angebotenen Artikel, dem ToastIt-Kartenleser von Boynq, konnte er dann auch nicht widerstehen. Zurzeit gibt’s den Apparat sogar reduziert: Für das – regulär rund 25 € kostende – Teil werden momentan nur 12,47 € verlangt (Versand nach Deutschland: 8 €).
Niemandem konnte entgehen, dass die freie Welt in Barack Obama einen neuen Führer gefunden hat. Das hatte bisher nicht nur gute Folgen: An der Wortspielfront etwa werden verlustreiche Schlachten geschlagen. Das ist aber kein Grund zur Panik, denn: Es gibt sie noch, die schönen Anspielungen auf den Slogan
Yes
we
can.
Sogar auf T-Shirts gedruckt. Neben «Jazz we can» des Labels Verve gesellt sich nun auch das Motiv von Laura Cline, das für 26,65 US-Dollar einschließlich Versand (geht ziemlich fix) bei tcritic zu haben ist.
Die Welt ist im Wandel, aktuelles Beispiel: Haussegen. Hier ist offenbar eine Tradition zum Wortspiel verkommen. Einem Wortspiel immerhin, mit dem man notfalls auch Bilder gerade ausrichten kann.
Der Haussegen von CATdesign ist in weiß, schwarz und rot erhältlich, hat die Maße 430 × 85 × 15 Millimeter und im Lieferumfang ist – falls man die Wasserwaage doch aufhängen möchte – sogar ein Nagel enthalten. Zu kaufen ist das Produkt – Preisempfehlung des Herstellers: 44,90 € – bei den üblichen Verdächtigen, etwa design3000.de und fair-kaeuflich.
Ja, ja, sie leben noch, haben aber viele andere Dinge zu tun. Auch jetzt. Es fehlt die Zeit, hier Artikel im gewohnten Umfang abzuliefern. Damit die Leserschaft nicht ganz leer ausgeht, erlaubt er sich heute, mal ein paar schöne Dinge in Kurzform vorzustellen, bevor sie komplett unerwähnt bleiben (Linkschleuder für einen Tag oder so):
Tetris Tiles (siehe Foto): Fliesen für Küche oder Bad, deren Design sich an den russischen Spieleklassiker anlehnt.
Burning Love: »Nützliche Schönigkeiten aus Stoff und Filz« mit leichter Apple-Fixierung – superschick findet er etwa die Macbook-Hülle aus braunem Cord und die Notebook-Zubehörtasche aus Filz.
Tapete zum Ausmalen: Von Jon Burgerman (via ausgefallene-ideen)
Adopt a bot: Nicholas und Angela aus Kansas City bauen niedlichste Roboter aus Trödel und geben die Resultate in gute Hände ab.
Mülltonnen-Dekoration: Mit der amazy-Mülltonnenhülle die Welt verschönern
30 Coole Bücherregale: Vorgestellt bei freshome, seine Favoriten: die Karo-Wand und Opus Shelving
Kathrin Passig und Sascha Lobo haben Recht mit ihrer Behauptung, der Welt habe ihr Buch »Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin« gefehlt. Schließlich beschränkt sich die übliche Lebensorganisationsliteratur darin, Plattitüden zu verbreiten und dazu aufzufordern, sich halt irgendwie zusammenzureißen. Der Ratgeber von Passig und Lobo geht die Sache anders an. Er akzeptiert die Welt als eine nicht perfekte und wirbt für die Möglichkeit, sich trotzdem so in ihr einzurichten, dass man glücklich wird – ein allgemein unterschätzter, aber gleichzeitig außerordentlich guter Anspruch.
Gestützt von – aufs Wesentliche reduzierten und daher sehr gut lesbaren – Forschungserkenntnissen über das Aufschieben von Aufgaben, räumen die Autoren rasch mit dem Irrglauben auf, Prokrastination, wie man als Wissenschaftler und auch in Kreisen fortgeschrittener Betroffener sagt (man hat ja Zeit, sich umfangreich über sein Verhalten zu erkundigen, dabei fällt auch schon mal ein Fachbegriff ab), sei eine grundsätzlich schlimme Sache und allein Selbstdisziplin sei ein tauglicher Heilsbringer. Die sich darauf beim selbst mit einem mehr oder weniger großen Mangel an Selbstdisziplin ausgestatteten Leser einstellende Erleichterung allein mag schon den Buchpreis von 19,90 € rechtfertigen.
Passig und Lobo gehen aber weiter. Sie zeigen auch auf, wie hilfreich eine gesunde Faulheit und die Neigung, Dinge aufzuschieben, sein können. Worin sonst als in dem Willen, Arbeit zu vermeiden, sollten wirklich innovative Problemlösungen ihren Ursprung haben? Im Übrigen lernt man durch nichts anderes besser als durch zünftiges Aufschieben, auch unter Druck brauchbare Ergebnisse zu liefern.
Am meisten Spaß und/oder Gewinn dürfte die Lektüre dieses Buchs, welches sich auf seinen 287 Seiten selbstverständlich eingehend mit dem Arbeitsleben, der Haushaltsführung und gängigen Ansätzen zur Problemlösung auseinandersetzt, bringen, wenn man als Leser bereits ein realistisches Bild der eigenen Selbstdisziplin hat und auch mit herannahenden Deadlines und dem Ignorieren von To-do-Listen einigermaßen vertraut ist.
Wer nach der Lektüre jedoch meint, dem Buch fehlten konkrete Tipps der Art
»Seien Sie entspannt,
fangen Sie gleich morgen damit an!«,
sollte es nochmal lesen (oder verschenken). Das ganze Werk ist vielmehr als unterhaltsame Denkanregung zu verstehen. Als Anregung, über die eigenen Lebensumstände nachzudenken und die Notwendigkeit etwaiger missliebiger Aspekte im Interesse ihrer Beseitigung zu hinterfragen.
Denken hilft schließlich fast immer.
Das schöne Blog widmet sich Dingen, die das Leben im Allgemeinen sowie das Wohnen und Einrichten im Besonderen schöner machen.